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Beistand und Mitgefühl ausdrücken – Kondolenz bekunden

Trauernden Menschen gegenüber Beileid zu bekunden und die eigene Unterstützung anzubieten, ist nicht immer leicht. Zu groß ist oft die Angst davor, etwas Falsches zu sagen und den Betroffenen zu verletzen. Doch Kondolenz ist wertvoll und wichtig für Menschen in der schweren Zeit der Trauer. Mit den folgenden Ratschlägen möchten wir Ihnen dabei helfen, Ihr Mitgefühl behutsam auszudrücken:

  • Verzichten Sie auf ausschweifende Bekundungen. Einige wenige Sätze von Herzen drücken Ihre Gefühle ausreichend aus und zeigen, dass Sie da sind.

  • Sagen Sie, warum der Verstorbene eine Bereicherung für Ihr Leben war, was Sie an ihm besonders geschätzt haben.

  • Vermeiden Sie Negatives. Bleiben Sie aber in jedem Fall ehrlich.

  • Wie sah Ihr Verhältnis zum Verstorbenen aus, wie jenes zu den Hinterbliebenen? Machen Sie davon abhängig, ob der Stil eher persönlich oder eher formell zu halten ist.

  • Zitate können hilfreich sein, um Ihre Gefühle und Gedanken zu verdeutlichen. Sie sollten aber angemessen sein. Religiöse Zitate sind nur dann angebracht, wenn der Verstorbene auch religiös gelebt hat.

 

Wie das in einem Kondolenzschreiben genau aussehen kann, zeigen Ihnen unsere Formulierungshilfen:

 

Die Anrede

An Freunde und Bekannte

  • Liebe Anna,

  • Lieber Joachim,

An Vorgesetzte und Kollegen

  • Sehr geehrte Frau Doktor Meier,

  • Sehr geehrter Herr Hoppenstedt,

 

Der Einstieg

An Freunde und Bekannte

  • Ich kann/Wir können noch nicht fassen, dass Dein Bruder einen tödlichen Unfall hatte/uns für immer verlassen hat.

  • Wir sind sehr traurig, dass Maria nicht mehr unter uns ist.

  • Mit großer Bestürzung habe ich vom tragischen Tod Deiner Tochter erfahren.

An Vorgesetzte und Kollegen

  • Zum Tode Ihres Mannes sprechen wir Ihnen unser tiefes Mitgefühl aus.

  • Mit großem Bedauern haben wir heute vom Tode Ihrer Frau Mutter erfahren.

  • Wir teilen mit Ihnen den schmerzlichen Verlust, den Sie durch den Tod von … erleiden müssen.

 

Wertschätzung der/des Verstorbenen

Wenn Sie die verstorbene Person gut oder sehr gut gekannt haben, fallen Ihnen sicher auch noch spontan Eigenschaften oder Erlebnisse ein, die Sie besonders geschätzt haben und die Ihnen unvergesslich bleiben werden.

  • Sie war meine beste Freundin, ich werde sie nicht vergessen.

  • Wir hatten ihn sehr gerne. Die Lücke, die er hinterlässt, wird nur schwer zu schließen sein.

Wenn Sie ein Kondolenzschreiben für einen Kollegen oder Vorgesetzten formulieren, könnten Sie das etwa so tun:

  • In all den Jahren unserer Zusammenarbeit haben wir seine faire, herzliche Art und vor allem seine fachliche Kompetenz geschätzt.

  • Wir können wohl kaum ermessen, welchen Verlust sein Tod für Ihr Unternehmen darstellt.

 

Der Schlussgruß

Was wünschen Sie Ihren Freunden/den Hinterbliebenen jetzt? Einhalt, Ruhe, Zeit zur Verarbeitung der Trauer? Möchten Sie ein Hilfsangebot formulieren? Auch dies passt sehr gut an den Schluss.

  • Mit stillem Gruß

  • In tiefer Trauer und innigem Mitgefühl

  • Ich bin sehr traurig und in Gedanken bei Euch.

 

Stehen Sie dem/den Trauernden nicht ganz so nahe, formulieren Sie den Schluss etwas distanzierter:

  • Wir fühlen und trauern mit Ihnen.

  • Ich wünsche Ihnen all die Kraft, die Sie jetzt brauchen, um das Leben allein zu meistern.

Wie erkläre ich meinem Kind den Tod?

Wenn ein Kind zum ersten Mal mit dem Sterben konfrontiert wird, reagiert es traurig, bestürzt, vielleicht aber auch zunächst nur verwundert. Vermutlich kommen auf Sie Fragen zu, die Sie selbst verunsichern. Der Direktheit Ihres Kindes sollten Sie möglichst nicht ausweichen, um keine unnötigen Ängste auszulösen. Antworten Sie klar und suchen Sie nach verständlichen Bildern. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie Zeit füreinander haben und es beschützen können und wollen. Sprechen Sie über den Verstorbenen und halten Sie die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse wach. Das kann der Friedhofsbesuch im Familienkreis sein. Finden Sie außerdem zu Hause besinnliche Rituale, indem Sie z. B. eine Kerze anzünden und sich gegenseitig erzählen, was Sie bewegt, wenn Sie an den Verstorbenen denken, malen Sie zusammen oder lesen Sie Ihrem Kind etwas Trostreiches vor. Es braucht jetzt in erster Linie Geborgenheit – bitte nehmen Sie sich Zeit zum Trösten und haben Sie viel Geduld.